Oscarpreisträger, ein brennender Papierkorb und ganz schön inspirierende Kurzfilme
„Manchmal vergesse ich, mir morgens die Haare zu kämmen. Timm auch. Felix raucht und Timo mag Kitschfilme. Timm ist schnell beleidigt. Keiner von uns kann einen korrekten englischen Satz bilden außer: ‚Hello, my name is Amano Filmkompanie!‘“ So stellen sich die vier Jungs eben jener Kompanie gern vor. Die mangelnden Fremdsprachenfähigkeiten konnten nicht verhindern, dass sie kürzlich der Gala von Ministern, Prominenz und Oscarpreisträgern beiwohnen durften. Niemand Geringeres als Paul McCartney und Tim Burton hielten eine Rede. Und den vier Jungs wurde der zweite Platz des internationalen Nachwuchsfilmpreises eDward verliehen. „Das war ein bisschen peinlich: Denn all die Prominenz war pikfein in Abendgarderobe. Nur wir trugen Kordhose und Holzfällerhemd auf der Bühne – wir hatten da was falsch verstanden. Aber Gott liebt uns trotzdem.“
Das ist kein schwacher Trost und durchaus Antrieb für das, was sie tun und darum stellen sie sich manchmal auch so vor: „Wir sind Amano. Wir machen Filme. Über Gott und die Welt. Hauptsächlich aber über Gott.“ Und hauptsächlich sehen ihre göttlichen Kurzfilme sehr professionell aus. Da sitzen Technikfreaks an den Hebeln und konzipieren liebevoll Ausleuchtung und Ausstattung und suchen stimmige Sets und Perspektiven.
„Bevor wir 2006 die Amano Filmkompanie GbR gründeten, hatten wir eine Menge Angst vor diesem Schritt. Eines Tages betete ich zu Gott: ‚Wenn du möchtest, dass wir diese Firma gründen, dann möchte ich heute ein Zeichen von dir: Ein Feuer an einer Stelle, wo eigentlich keins hingehört.‘ Als ich abends durch den Park spazierte, stand da ein Papierkorb lichterloh in Flammen. Einfach so. Mitten im Park. Und es konnte losgehen. Wir bezogen ein kleines Zimmer. Auf 16 Quadratmetern richteten wir fünf Arbeitsplätze ein – für uns und die ständig wechselnden Praktikanten. Nachts schliefen wir mit Isomatten auf dem Fußboden. Mittagessen kochten wir auf einer kleinen Campingkochplatte“, erzählt Filmer Nick Böse.
Quelle:dran



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