Liebe Stille, es war so schön, dich wiederzutreffen! Das wollte ich dir gerne noch sagen.

Ich hatte ja keine Ahnung, wie sehr ich dich vermisst habe. Es tat einfach so gut, dich wiederzusehen. Und es tut mir leid, dass ich mich so selten gemeldet habe in letzter Zeit. Ich hoffe, wir sehen uns jetzt wieder häufi ger. Es ist schön, dass du irgendwie immer Zeit zu haben scheinst, sobald ich auftauche. Ich mag dich wirklich, liebe Stille!

Ich wollte dir aber noch etwas gestehen: Ich hatte ein bisschen Angst, wieder aufzutauchen. Ich wusste einfach nicht, wie unser Treffen so werden würde. Werden wir wohl miteinander klarkommen? Wird es peinlich? Wirst du mir irgendwie fremd erscheinen? Ich hatte also ein bisschen Schiss, liebe Stille. Deshalb habe ich auch etwas Anlaufzeit gebraucht. Weißt du, in deiner Nähe werden mir häufi g Dinge bewusst, die ich im alltäglichen Trubel manchmal lieber unbeachtet lasse. Und wenn ich dann bei dir bin, kommt alles irgendwie hoch und schafft sich seinen Weg durch Kopf und Herz. Das macht mir manchmal Angst. Und deshalb traue ich mich dann nicht so Recht, bei dir aufzutauchen. Es fällt mir irgendwie sehr viel leichter, mich ständig zu beschäftigen und erst gar nicht groß still zu werden. Irgendwas geht ja immer! Und ich liebe es ja auch, mein buntes Leben. Aber häufi g merke ich dann auch diese zunehmende Unruhe und Unzufriedenheit, dass mir was fehlt – also quasi du, die Stille. Wie gut, dass du als Stille so geduldig bist. Und dass du mich immer wieder neu willkommen heißt. Wenn es dich nicht gäbe – man müsste dich glatt erfi nden! Wie gut, dass Gott daran gedacht hat, dass wir Menschen dich brauchen. Ich will mir ein Leben ohne dich gar nicht ausmalen.

Weißt du nämlich, was mir an dir besonders gefällt, liebe Stille? Wie Gott meine Besuche bei dir gebraucht, um mir zu begegnen. Wie nah ich mich Ihm fühle, wenn ich so richtig bei dir ankomme. Wenn der ganze Stress abfällt und Gott dann plötzlich auftaucht. Wie gut mir Seine Nähe gefällt. Und Seine Stimme! Seine Nähe und Sein Reden sind einfach unbeschreiblich schön. Aber du kennst das ja. Es scheint wirklich eine deiner Stärken zu sein, mich auf Gott aufmerksam zu machen. Gott und du – ihr seid ein richtig cooles Team! Das möchte ich dir hier mal sagen. Irgendwie scheint Gott dich echt zu mögen. Sehe ich dich da schmunzeln? Könnte es sein, dass Gott dich genau aus diesem Grunde erfunden hat? Damit es uns Menschen leichter fällt, Gottes Nähe besser wahrzunehmen? Und könnte es sein, dass Gott deshalb auch mit Beginn der Welt den Sabbat erfunden hat? Damit wir Menschen deine Stärken kennenlernen? Damit wir mal ausruhen und mit unserem Schöpfer Zeit verbringen?

Quelle:dran