Da haben wir wieder das falsche Gottesbild, dass der souveräne Gott nach seinem souveränen Willen zu seiner Zeit, wenn Er will, macht, was Er will, über unsere Köpfe hinweg, willkürlich und ohne Rücksicht auf Verluste.
Und wir haben zu kuschen, hinzunehmen und anzunehmen und sind diesem Gott gnadenlos ausgeliefert.
Naja, ich habe etwas überzogen, aber so ähnlich ist es doch.
Wir unterstellen Gott, wenn unser Gebet nicht in Erfüllung geht, Er habe nicht gewollt oder es anders gewollt. Unterstellen deshalb, weil wir Ihn i.d.R. nicht gefragt haben und es nur im Nachhinein hineininterpretieren. Aber ist Gott so?
In der Bibel sehen wir einen ganz anderen Gott:
Gott sucht eine Liebesbeziehung zum Menschen. Eine Beziehung lebt vom Gespräch. Es gelingt nicht, wenn man morgens seine 'Stille Zeit' hält und dann tagsüber nach dem eigenen Kopf plant und handelt. Das ist so, wie wenn ein Ehepaar sich beim Frühstück sieht, einer redet und ehe der andere antworten kann, sagt er: "Tschüß bis morgen, gleiche Zeit, gleiche Stelle." Ob eine solche Beziehung lange hält? Ob die Ehepartner wohl voneinander wissen, wie der andere denkt und was der andere will?
Wir sollen aber im Willen Gottes beten, wenn unser Gebet erhört werden soll. Dazu muss ich ihn kennen. Zum Teil kann ich das in seinem Wort lesen, anderes muss Er mir in die Situation hinein sagen. Er hat einen Plan für mein Leben, aber Er handelt nicht über meinen Kopf hinweg. Hiskia, Abraham, Jona, u.a. besprachen eine bestimmte Situation mit Gott und Gott ging darauf ein.
Beste Erfahrungen habe ich damit gemacht, wenn ich mich täglich Gott zur Verfügung stelle (Ihm das auch immer mal wieder sage) und nach Mat 6,33 'zuerst nach seinem Reich trachte'. Gott wird mir den Rücken dafür freihalten, indem Er sich um meine Belange kümmert. Deshalb fordert Er mich ja auch auf, mich nicht um die Dinge des täglichen Lebens zu sorgen.
Ich habe immer wieder gemerkt, dass es dann unrund lief und läuft, wenn ich mich um meine Belange sorge und darüber nicht dazu komme, Gott zur Verfügung zu stehen, um Ihm zu dienen. Trotz aller Unzulänglichkeit habe ich aber buchstäblich die Erfüllung von Gottes Verheißung erlebt, dass Er alles andere hinzufügt, wenn ich nach seinem Reich trachte.
LG.
Clay